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Original Articles Date:01.01.1970
eingestellt: Kurt
Sexualhormone haben einen Einfluß auf die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität - das gilt als weitgehend akzeptiert. Während Androgene (männliche Geschlechtshormone) einen Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen darstellen sollen, wird den Östrogenen (weibliche Geschlechtshormone) eher eine Schutzfunktion zugesprochen. Jedoch gibt es mehrere epidemiologische Studien, die dieser Sichtweise widersprechen: in der Tat zeigen nämlich die meisten Studien an gesunden Männern eine positive Korrelation zwischen endogenem Plasma-Testosteronspiegel und HDL-Cholesterol und eine negative Korrelation mit LDL-Cholesterol. Dies bedeutet, daß hohe endogene Testosteronspiegel mit einem geringeren Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen einhergehen und niedrigere Testosteronspiegel mit einem höheren Risiko. Das mehr atherogene Lipidprofil, das bei Männern mit einem niedrigen Testosteronspiegel diagnostiziert wird, könnte durch eine Insulinresistenz bedingt sein. Diese Insulinresistenz kann ihrerseits zur Absenkung des Plasmatestosterons führen.Während niedrige Testosteronspiegel von erhöhten biochemischen Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen und Myokardinfarkt begleitet werden, scheint es aber kein erhöhtes Mortalitätsrisiko zu geben.Die Verabreichung physiologischer Testosteron-Dosen an gesunde Männer mit niedrigem Testosteronspiegel führt in der Regel zu einer Verbesserung der Insulinsensitivität, einer Abnahme des gesamten und des LDL-Cholesterols und einer Abnahme des viszeralen Fettgewebes. Dies ist gleichbedeutend mit einer Erniedrigung des kardiovaskulären Risikos.Werden für die Substitution jedoch nicht-aromatisierbare Testosteronderivate benutzt, entwickelt sich ein stärker atherogenes Lipidprofil. Ebenso führt die Gabe von supraphysiologischen Dosen an Androgenen oder synthetischen Anabolika, die häufig von Athleten oder Bodybuildern benutzt werden, zu einem eindeutig atherogenen Lipidprofil.Bei Frauen kommen wir zu ganz anderen Ergebnissen: Hyperandrogene Frauen, beispielsweise solche mit polyzystischen Ovarien (PCO-Syndrom), entwickeln häufig eine Insulinresistenz, die ihrerseits wiederum einen Anstieg der Sekretion von Androgenen durch die Ovarien zur Folge hat. Diese Frauen tragen ein erhöhtes Risiko, kardiovaskuläre Erkrankungen zu bekommen. Die Bedeutung erhöhter Androgenspiegel an sich für die Insulinresistenz wird bei Frauen allerdings kontrovers diskutiert. Einige Studien belegen einen kausalen Zusammenhang zwischen erhöhten Androgenspiegeln bei Frauen und Insulinresistenz und andere kommen zu dem Ergebnis, daß die Insulinresistenz eher auf das Übergewicht der Patientinnen zurückzuführen ist. Dieselbe kontroverse Diskussion wird auch über den Zusammenhang von erhöhten Testosteronspiegeln und dem atherogenen Lipidprofil dieser Frauen geführt.Darüber hinaus gibt es Autoren, die von einem normalen Lipidprofil bei normalgewichtigen Frauen mit PCO-Syndrom berichten und andere, die von einem atherogenen Lipidprofil von mageren Frauen mit polyzystischen Ovarien sprechen.Exogene Androgene werden Frauen in der Regel nur gemeinsam mit Östrogenen exogen verabreicht. Diese Androgene erhöhen die Libido und führen zu einer Zunahme der sexuellen Aktivität. Andererseits hemmen sie aber den Anstieg von HDL-Cholesterol, der normalerweise durch die Östrogene verursacht wird.Die Behandlung mit anabolen Steroiden, wie beispielsweise Nandrolon oder Stanozolol, führt zu einem eindeutig atherogenen Lipidprofil.Transsexuelle werden zur Umwandlung von der Frau zum Mann mit Androgenen behandelt, um männertypische Testosteronspiegel zu erlangen. Die Patienten weisen dann ein Lipidprofil auf, das dem "normaler" Männer vergleichbar ist. Das bedeutet, es ist atherogener als bei Frauen.Übergewichtige Frauen mit polyzystischen Ovarien haben eine erhöhtes Risiko, kardiovaskuläre Erkrankungen zu bekommen. Es wurde errechnet, daß diese Frauen ein dreifach höheres Risiko tragen, einen Myokardinfarkt zu erleiden als gesunde Frauen.Wir können also folgende Punkte festhalten:
Männer mit einem erniedrigten endogenen Testosteronspiegel tragen ein erhöhtes Risiko, kardiovaskuläre Erkrankungen zu bekommen.
Die Gabe physiologischer Testosterondosen an Patienten mit erniedrigtem endogenen Testosteronspiegel führt zur Verminderung des kardiovaskulären Risikos.
Werden nicht-aromatisierbare Testosteronderivate, exzessive Testosteron-Dosen oder synthetische Anabolika verabreicht, kommt es zu einem eindeutig atherogenen Lipidprofil.
Bei Frauen üben endogene Androgene keinen schützenden Effekt aus. Sie führen eher zu einem atherogenen
Lipidmuster: Der durch Östrogene erzielte hohe HDLSpiegel wird durch Androgene gesenkt.
Auch exogene Androgene wirken sich bei Frauen negativ auf das Lipidmuster aus. Dieses wird durch Gabe von Androgenen ebenso atherogen wie bei Männern.
Einflüsse des Testosterons auf das Gefäßsystem sind Gegenstand aktiver Forschung. Wir werden abwarten müssen, was diese Forschung uns in der nächsten Zeit bringt.
Quellenangabe:http://www.dopingnews.de
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