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Insulin als Dopingpräparat
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Original Articles Date:01.01.1970
eingestellt: Kurt

 Dopingmissbrauch Insulin als Dopingpräparat für Bodybuilder? Ein entsprechender Bericht britischer Ärzte, der kürzlich veröffentlicht worden ist, wird durch die Erfahrungen des Münchener Endokrinologen Privatdozent Christian Strasburger bestätigt.

Strasburger berichtet davon, daß er in der Münchener Notaufnahme bereits Bodybuilder behandelt habe, die zugegeben hätten, sich die anabole Wirkung des Insulins zum Aufbau ihrer Muskelpakete nutzbar zu machen. "Offensichtlich gibt es einen Mißbrauch des Insulins zum Zwecke des Körpermassenzuwachses", so Strasburger. Zahlen über die Häufigkeit sind nicht bekannt.

Insulin induziert eine Stimulation anaboler Stoffwechselwege wie die Glykogensynthese, die Lipidsynthese und die Proteinsynthese. Ob Insulin auch leistungssteigernd wirkt, ist umstritten. Professor Klaus Müller, Leiter des Instituts für Dopinganalytik und Sport-Biochemie in Kreischa, bezweifelt das. Trotzdem, so ist auch Müller überzeugt, wird Insulin zu diesem Zwecke mißbraucht.

Daher habe man die Substanz vor drei Jahren auf die Liste der verbotenen Doping-Präparate gesetzt. Doch Insulin ist leicht verfügbar. Damit sind auch Hausärzte in Gefahr, von geschickten Dealern oder Dopingkonsumenten hinters Licht geführt zu werden. Athleten könnten aufgrund der Verfügbarkeit schneller in Versuchung kommen, die Substanz zu mißbrauchen. Strasburger befürchtet, daß die Nebenwirkungen oft nicht bekannt sind: "Im Extremfall führt die Hypoglykämie zu Hirnschädigungen bis hin zum Tod."

Auf Insulin wird im Hochleistungssport nicht getestet. Dabei wäre ein Nachweis leicht zu führen, meint Strasburger, der im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees auch ein Verfahren zum Nachweis von Wachstumshormonen entwickelt hat. Ausgangspunkt sei das Verhältnis von dem aus Pro-Insulin hergestellten Insulin und dem Fragment C-Peptid. "Wenn jemand reichlich Insulin von außen zuführt, dann hat er viel Insulin und kaum C-Peptid, und darüber müßte man das eigentlich gut nachweisen können."

Dem Bericht der britischen Ärzte zufolge nutzen mittlerweile auch Ausdauersportler Insulin, um ihre Leistung zu steigern. Durch die Kombination von Insulin und Glykogen ließen sich die Energiereserven der Muskeln vor dem Wettkampf erhöhen. Eine leistungssteigernde Wirkung in diesem Bereich hält Strasburger für unwahrscheinlich, wenngleich er sie nicht ganz ausschließen kann.


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