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Original Articles Date:01.01.1970
eingestellt: Kurt
Beschreibung
Aminosäuren bestehen aus einer Säure- und einer Aminogruppe sowie einem spezifischen Rest. Die 20 natürlich vorkommenden Aminosäuren unterscheiden sich jeweils durch diesen Rest. Durch die Verknüpfung zweier Aminosäuren entstehen Dipeptide. Ketten mit mehr als 20 Aminosäuren werden als Proteine bezeichnet. Die Eigenschaften der verschiedenen Proteine werden durch Anzahl und Reihenfolge der Aminosäuren bestimmt.
Funktion und Bedarf
Die mit der Nahrung aufgenommenen Proteine haben für den menschlichen Organismus zwei Bedeutungen. Zum einen liefern sie Aminosäuren zum Aufbau körpereigener Proteinen, zum anderen dienen sie der Energieversorgung. Der Körper baut ständig Proteine ab, die durch Nahrungsprotein ersetzt werden müssen. Wie viel Protein der Körper aus Nahrungsprotein aufbauen kann, drückt die so genannte biologische Wertigkeit aus. Umso mehr Körperprotein aus 100 g Nahrungsprotein gebildet werden kann, umso höher ist die biologische Wertigkeit. Sie hängt von der Aminosäurezusammensetzung des Nahrungsproteins ab.
Es gibt neun unentbehrliche (früher: essenzielle) Aminosäuren: Histidin, Lysin, Threonin, Tryptophan, Phenylalanin, Methionin, Leucin, Isoleucin und Valin. Für Säuglinge ist zusätzlich noch Arginin unentbehrlich. Diese neun bzw. zehn Aminosäuren muss der Körper mit der Nahrung aufnehmen, da er sie nicht selbst herstellen kann.
Zufuhrempfehlung:
Säuglinge: 1 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht
Kinder und Jugendliche: 0,9 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht, das entspricht ca. 13 - 60 g Protein pro Tag.
Erwachsene: 0,8 g Protein, das entspricht bei Frauen ca. 48 g, bei Männern ca. 59 g Protein täglich.
Vorkommen in Lebensmitteln
Gute Quellen für Proteine von hoher biologischer Wertigkeit sind tierische Lebensmittel wie Eier, Milch, Fleisch und Fisch. Von einem sehr hohen Verzehr tierischer Lebensmittel ist allerdings abzuraten, da diese gleichzeitig viel Fett enthalten. Kartoffeln, Hülsenfrüchte (Sojabohnen, Erbsen, Linsen) und Getreide liefern ebenfalls hochwertiges Protein. Kombinationen von Eiern und Kartoffeln oder Milch und Weizen steigern die Wertigkeit der einzelnen Lebensmittel.
Mögliche Mangelerscheinungen
PEM = Protein-Energie-Mangelernährung, in Entwicklungsländern häufig auftretende Form der Unterernährung;
Marasmus = genereller Nährstoffmangel, der meist Säuglinge unter einem Jahr betrifft und zu einem Gewichtsverlust von mehr als 50 % führen kann;
Kwashiorkor = Proteinmangel bei gleichzeitig hoher Zufuhr von Kohlenhydraten mit starker Ödembildung, betrifft oft abgestillte Säuglinge;
Ein Proteinmangel im Säuglings- und Kleinkindesalter kann zu körperlichen und geistigen Schäden führen.
Versorgungslage und Risikogruppen
Im Durchschnitt essen Deutsche zu viel Protein (150 % der Empfehlungen, Kinder bis 10 Jahren sogar 200%). Lediglich Kleinkinder mit veganer Ernährung laufen Gefahr, mit Protein unterversorgt zu sein.
Quellenangabe:-
Bildnachweis:-
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